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07.04.2009Mediawatch geht näher ran

Die Radioforschung der Schweiz ist auf den 1. Januar 2009 stark renoviert worden: Mediapulse hat die Stichprobe auf die Anforderungen der neuen, gesetzlich regulierten Radiolandschaft hin neu konzipiert. Sie hat ein neues Gewichtungsverfahren eingeführt und zusammen mit dem neuen Messgerät, der Mediawatch, die Messfrequenz von einer Minute auf 20 Sekunden ge-kürzt. Das Ergebnis ist eine zeitlich präzisere und räumlich ausgewogenere Messung der Radionutzung.

Während die meisten Radios beginnen,  ihre neu gewonnenen Konzessionen umzusetzen, liegen sich andere juristisch gesehen noch in den Haaren und streiten um die Sende-Lizenz. Derweil musste die Mediapulse Stiftung für Me-dienforschung, zu der die Mediapulse AG als Forschungsorganisation und die Publica Data AG als Datenvermarkter gehören, rasch handeln und ihre Ra-dioforschung – Radiocontrol – an die neuen Bedingungen anpassen. Die Stif-tung ist im RTVG verankert und hat somit den gesetzlichen Auftrag, die kon-zessionierte Radiolandschaft zu erforschen und adäquat, nicht nur die Sprachregionen, sondern auch die wesentlich kleinräumigeren Konzessions-gebiete abzubilden.

Keine leichte Aufgabe, denn schliesslich sprechen wir von über tausend Uh-ren, die täglich so verteilt werden müssen, dass die 34 sich überschneidenden Radio-Konzessionsgebiete halbjährlich bez. der Bevölkerungszahl genaustens abgebildet werden. Dazu kommen legitime Begehrlichkeiten anderer, bei-spielsweise von Radio DRS (Regionaljournal-Gebiete) oder auch von der Wer-bewirtschaft (2-stellige WEMF-Gebiete).

Die Mediapulse hat sich entschieden, die Uhren fortan auf 29 überschnei-dungsfreie Regionen zu verteilen. Diese Gebiete lehnen sich stark an die Wirt-schaftsräume der Publicom an. Sämtliche geografische Einheiten, die durch die Forschung abgebildet werden müssen, werden durch Gewichtung er-reicht. Einer der wohl komplexesten Stichproben der Schweiz  ist abgeändert worden, damit zwar unabhängig von den sich verändernden Radio-Konzessionsgebieten ist , diese aber jederzeit abbilden kann.

Die seit 2001 im Einsatz stehende Radiocontrol-Uhr der ersten Generation hat am 31. Dezember 2008 ihren Dienst – hervorragend aber endgültig – getan und durfte in Pension gehen. Abgelöst wurde sie durch die Mediawatch, die eine bessere Performance erlaubt, grössere Speicherkapazitäten aufweist und in kürzeren Intervallen messen kann als die altehrwürdige Radiocontrol-Uhr. Seit Jahresbeginn ticken die Uhren der Radioforschung neu und messen alle zwanzig Sekunden! Das erlaubt uns, Kurznutzung noch besser zu erfassen und Senderwechsel noch präziser zu registrieren.

Die Radio-Währung bleibt jedoch dieselbe. Massgebend für den kommerziel-len Radiomarkt sind nach wie vor Masse wie die Tagesreichweite und die Stundenreichweite. Selbst wenn unsere Radiokunden die Daten bis auf die Minute genau auswerten können.

Auch der Publikationsrhythmus bleibt sich gleich. Publica Data publiziert die Radiodaten nach wie vor im Halbjahres-Takt. Unseren Kunden empfehlen wir für aussagekräftige Daten einen Mindestrythmus von drei Monaten.

Die neue Radioforschung wurde vor allem einer intensiven Innenrenovation unterzogen. Die Messungen sind präziser, die Stichproben räumlich deutlich ausgewogener und das System insgesamt stabiler geworden. Selbstverständ-lich können und sollen aber nach wie vor echte Schwankungen abgebildet werden. Denn diese zeigen die Lebendigkeit des Hörermarktes, die Wirklich-keit des Radiohörens!

Einen Wehmutstropfen gibt es dennoch: Die Radioforschungs-Daten 2009 sind nicht vergleichbar mit den Vorjahren. Und sie haben – das lässt sich jetzt schon sagen –die (Radio-) Welt nicht auf den Kopf gestellt haben.


Rolf Müller, Geschäftsleiter Publica Data AG

Dateien:
Mediawatch_Publicadata.pdf

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